3. Positionspapier der U-Gruppe

28.11.08

Das Gerbervereinsplenum hat sich am 12.11.08 per Mehrheitsbeschluss dagegen entschieden, überhaupt über die Frage abzustimmen, ob xxxx [der Täter] ein Hausverbot in der Gerberstraße 3 bekommen soll. Als Grund hierfür wurde mangelnde Informationen genannt. Wieder wurde also auf Details gedrängt, von denen bekannt ist, dass die Betroffenen sie nicht preisgeben wollen. Bei der Forderung nach Details wurde sogar geklatscht.

Zum wiederholten Male wurde damit über die selbstgesetzten Grenzen der Betroffenen hinweg gegangen und ihre Definition des Vorgefallenen nicht anerkannt. Der Ruf nach Details ist der Ruf nach dem Richter, der angeblich objektiv über etwas entscheiden soll, was nur die Betroffenen entscheiden können, nämlich ob das Vorgefallene ein sexueller Übergriff war und was die Betroffenen brauchen, um sich in der Gerberstraße wieder sicher zu fühlen.

Wiederholt wurde in diesem Plenum auch der Zusammenhalt der „Gemeinschaft Gerberstraße“ gefordert und über alle Unstimmigkeiten innerhalb des Plenums gestellt. Die Bedürfnisse Einzelner, in diesem Falle auch der Betroffenen von sexuellen Übergriffen, sollte somit klein geredet und zunichte gemacht werden. Glücklicherweise wurden hier auch Gegenstimmen laut. Nach diesem Desaster wurde beschlossen, das Gerbervereinsplenum mindestens für eine Woche auszusetzen. Am 19.11.08 sollte also kein Vereinsplenum stattfinden.

Dafür traf sich am 13.11.08 das WG Plenum der Gerberstraße 3, in welcher der Täter immer noch wohnt. Er selbst war jedoch bei dem Plenum nicht anwesend und deshalb wurde auch hier eine Entscheidung abgelehnt. Allerdings zeigte ein Stimmungsbild, dass die Mehrheit der dort wohnenden Menschen für einen Auszug xxxx’s ist. Er selbst soll danach gesagt haben, dass er die WG verlassen wird.

Dies ist aus unserer Sicht der Grund, warum am Mittwoch dem 19.11.08 ganz kurzfristig (mit einem Aushang) durch seine Freunde doch wieder ein Gerbervereinsplenum einberufen wurde, obwohl eigentlich ein weiteres WG Plenum angesetzt war, dass endgültig über xxxx’s Auszug entscheiden sollte. Bei diesem Gerbervereinsplenum trat – aufgrund eines angeblichen „Notstandes“ – der Vorstand der Gerberstraße 3 das erste mal seit dessen Bestehen als Entscheidungsinstanz auf und schmiss nicht etwa den Täter, sondern 2 Menschen aus der Unterstützer_innengruppe aus der WG.

Nachdem einige Menschen aus dem Umfeld der Unterstützer_innengruppe und auch die beiden aus der Unterstützer_innengruppe das Plenum nach Anfeindungen verlassen hatten, wurde dann „ganz demokratisch“ auch noch beschlossen, dass die beiden aus ihren Jobs in den Häusern fliegen und ihnen jeglicher Zugang zur Infrastruktur in den Häusern verwehrt werden soll. Gleich nach dem Plenum wurde mit mitgebrachten Schlössern die Büro- und Mulitfunktions-raumschlösser in der Gerberstraße 3 gewechselt.

Wir werten dies als direkte Aktion gegen die Forderung der Betroffenen und damit gegen diese selbst. Es soll offensichtlich alles getan werden, um den Täter in den Häusern zu halten und die Definitionsmacht der Betroffenen von sexuellen Übergriffen o.ä. zu schwächen. Ungeachtet dessen bleibt unsere Forderung bestehen ,dass der Täter die Häuser verlässt und die Definition der Betroffenen für das Vorgefallene anerkannt wird, ohne dass sie sich rechtfertigen müssen oder ihre gewollte Anonymität gefährdet wird. Die
Menschen, die so viel Wert auf xxxx’s Anwesenheit legen, können gern mitgehen.

Die Unterstützer_innengruppe
Kontakt unter: u-gruppe[at]gmx.de