Statement der Antifagruppe Erfurt [AG17]

AG17 erklärt sich mit den Betroffenen der sexuellen Übergriffe solidarisch. Wir stehen hinter der Definitionsmacht, die den Betroffenen Freiraum erhalten soll und eine Gegenmacht zum männlich dominierten sexistischen Mainstream dieser Gesellschaft ermöglichen. Diesen sexistischen Mainstream sehen wir auch in linken Zusammenhängen, so auch im soziokulturellen Zentrum Gerberstraße, als bittere Realität an.
AG17 steht hinter der Unterstützer_innengruppe der Betroffenen. Diese Unterstützer_innengruppe kann nur durch die Betroffenen legitimiert bzw. delegitimiert werden. Alles andere wäre eine Missachtung der Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen. Versuche, Menschen der Unterstützer_innengruppe einzuschüchtern, halten wir für nicht tragbar. Etwaige Kritik am Verhalten von Mitglieder_innen der U-Gruppe, die nicht unmittelbar mit dem sexuellen Übergriff zu tun haben, sollte nicht an sie in ihrer Eigenschaft als U-Gruppe gerichtet werden. Diese Kritik sollte abseits des Konfliktes um den sexuellen Übergriff behandelt werden. Uns entsteht der Eindruck, dass auf dem Rücken der Betroffenen ein intriganter Machtkampf um andere Konflikte innerhalb der Gerberstraße ausgetragen wird.
Deshalb fordern wir eine Auseinandersetzung mit Sexismus in linken Zusammenhängen. Wir fordern, dass Betroffene sexueller Übergriffe und ihre Wünsche und Forderungen respektive die sie vertretenden U-Gruppen anerkannt werden. Wir fordern, verbale sowie körperliche Gewaltanwendungen innerhalb linker Zusammenhänge nicht zu dulden!