Statement der B26 Eisenberg

Untenstehend das Statement der B26 Eisenberg. Damit die Übersicht erhalten bleibt, hier noch einmal alle bisher veröffentlichten Texte zur Diskussion über die sexuellen Übergriffe in Weimar:


Erster Bericht zur Neubesetzung

Zweiter Bericht zur Neubesetzung
Besetzer_innen Besetzen Besitzer! Eine Antwort.

Was ist los in Weimar? – Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse
Der kalte Putsch von Weimar – eine ausführliche Chronik der Abläufe
Erstes Positionspapier der U-Gruppe
Drittes Positionspapier der U-Gruppe
Statement der Antifagruppe Weimar
Statement der Antifagruppe Apolda
Statement der Antifagruppe Erfurt
Statement einiger Leute vom Infoladen Sabotnik
Statement vom Café Similde Leipzig
Forderungen von ca. 40 Menschen aus der Gerber 1

Statement der B26 Eisenberg.

Wir kennen und besuchen die Gerberstraße 1 und 3 seit vielen Jahren. Diese beiden Häuser haben wir stets als einen von wenigen linken Freiräumen verstanden. Ende November 2008 wurde an uns herangetragen, dass es in der Gerberstraße 3 zu mehreren sexuellen Übergriffen gekommen ist. Anhand damaliger veröffentlichter Informationen wurde die Situation innerhalb unseres Projekts diskutiert. Da es Bedenken über die Einseitigkeit der bis dahin veröffentlichten Texte gab, hatten wir Interesse, uns ein genaueres Bild über die Situation in Weimar zu verschaffen. Wir besuchten sowohl das Plenum der Gerberstraße 3, als auch der Gerberstraße 1. Wir erlebten ein teilweise aggressives und hierarchisches Gesprächsklima. Aussagen von älteren bzw. länger im Projekt tätigen Leuten wurde ein größeres Stimmgewicht zugesprochen. Dies bestätigte die Darstellungen der ersten öffentlichen Stellungsnahmen. Allerdings ist das sicher kritisierenswert, soll aber an der Stelle nicht der Punkt sein. Bei unserem Besuch des Gerber 3- Plenums (3-4 Wochen nachdem die sexuellen Übergriffe öffentlich gemacht wurden), gab es in diesem keine Auseinandersetzung mit der Situationen der Betroffenen. Dies ist nach unserem Kenntnisstand bis heute nicht geschehen. Stattdessen wurde einzelnen Personen der Unterstützer_Innen-Gruppe die Glaubwürdigkeit abgesprochen. Die Auseinandersetzung über einen Fall von sexueller Gewalt und den daraus resultierenden Forderungen der Betroffenen kann und sollte nur losgelöst von anderen Differenzen geführt werden. Stattdessen wurde sogar teilweise gänzlich an dem Vorhandensein der sexuellen Übergriffe gezweifelt und sich mit dem Täter solidarisiert. Personen der Unterstützer_Innengruppe wurden gezwungen auszuziehen, Schlösser wurden aufgebrochen, Passwörter geändert, rein formelle Vereinstrukturen ausgespielt. Personen, die sich mit den Betroffenen solidarisierten, wurden beschimpft und bedroht. Über das Plenum der Gerberstraße 1 wurde sich hinweggesetzt. Zudem wurden in der Auseinandersetzung auf dem Rücken der Betroffenen und deren Vertreterpersonen weitere Konflikte um Machtpositionen ausgetragen. Diese Entwicklung hat inzwischen dazu geführt, dass die Forderungen der Betroffenen fast keine Rolle mehr spielen. Darüber hinaus fehlt in der Gruppe des Plenums der Gerberstraße 3 ein Umgang mit der Problematik von sexueller Gewalt im Allgemeinen. Diese Zustände sind für uns nicht akzeptabel.

Wir verurteilen den Umgang des Plenums der Gerberstraße 3 mit den Betroffenen, der Unterstützer_Innengruppe und die Vorgehensweise gegen die Gerberstraße 1.
Wir verstehen die Gerberstraße 3 derzeit nicht mehr als einen linken emanzipatorischen Freiraum.
Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen und unterstützen die Forderungen der Gerberstraße 1.

Für linke Freiräume kämpfen!!!

B26 Eisenberg